Kulturarchiv Oberengadin

Archiv culturel d'Engiadin'Ota

Das Kulturarchiv Oberengadin ist eine öffentliche Institution, die Dokumente zur Kultur der Engadiner Bevölkerung sammelt und interessierten Kreisen zur Verfügung stellt.

Seit der Gründung des Vereins Kulturarchiv Oberengadin/Archiv culturel d’Engiadin’Ota im Jahr 1988 konnten Hunderte von Nachlässen und Schenkungen über Kunst, Architektur, Sprache, Musik, Naturkunde usw., entgegengenommen werden. Zu den bedeutendsten zählen der Familiennachlass der Ärztedynastie Berry aus St. Moritz, der Fotonachlass von Gustav Sommer aus Samedan, bestehend aus rund 40’000 Negativen, der Architekturnachlass Max Alioth aus Basel und St. Moritz, der Nachlass des Dekorationsmalers Kaspar Donatsch aus Celerina, der Künstlernachlass der Bergellerin Elvezia Michel und die reichhaltige Dokumentation über Tourismus, Bildung und Verkehr der Familie Gustav Pinösch aus Vulpera und Pontresina.

Das Kulturarchiv Oberengadin ist durch private Initiative entstanden und der Verein Kulturarchiv Oberengadin ist für die Institution verantwortlich. Die Oberengadiner Gemeinden, der Kanton, der Bund, Stiftungen und Private unterstützen das Archiv finanziell.

Weitere aktuelle Informationen: facebook.com/KulturarchivOberengadin

Das Online-Inventar

Die Bestände der Kulturarchiv Oberengadin sind digital erfasst, teils detailliert und teils summarisch. Einige sind mit Abbildungen illustriert. Durch eine „Suchmaschine“ können Sie in unserem Online-Archiv Informationen zu verschiedenen Themen finden, wenn nötig können Sie dann mit dem Archiv Kontakt aufnehmen um bestimmte Archivalien einzusehen oder weiterführende Angaben zu erhalten, Tel. 081 852 35 31, info(at)kulturarchiv.ch.


Öffnungszeiten 

Das Kulturarchiv kann während des ganzen Jahres jeden Donnerstag von 14.00 bis 19.00 Uhr besucht werden und während der ganzen Woche auf Anfrage.

Führungen

Donnerstag 16.00 und 17.00 Uhr oder auf Anfrage.

Kontaktadresse

Kulturarchiv Oberengadin, Chesa Planta, CH-7503 Samedan
Tel. 081 852 35 31, info(at)kulturarchiv.ch

Lic. phil. Dora Lardelli, Präsidentin, Patrick Blarer, Vizepräsident


30 Jahre Kulturarchiv Oberengadin
Jubiläumsprogramm am Samstag, 11. August 2018

Vorträge und Vorstellung besonderer Dokumente in den Räumen des Kulturarchivs in der Chesa Planta Samedan.
Weitere Informationen folgen.


Aktuelle Ausstellung: Laterna Magica – Es war einmal
29. Mai 2017 bis 31. Mai 2018

Schätze des Kulturarchivs Oberengadin

Foyer Hotel Laudinella St. Moritz
29. Mai 2017 bis 31. Mai 2018, ganztags geöffnet

Die Ausstellung gibt Einblick in die umfangreichen Laterna-Magica- und Stereobildsammlungen diverser Engadiner Familien, deren Dokumente in den Schachteln des Kulturarchivs Oberengadin lagern. Diese „Vorläufer des Films“ gehören in die Welt der „Zauberlaternen“-Vorführungen, die im 19. bis ins 20. Jahrhundert hinein europaweit sehr verbreitet waren. Mit Fotokameras und „Stereokameras“ ausgestattet machten sich Engadiner Geschäftsleute, Zuckerbäcker und Dekorationsmaler auf um eindrückliche Momente ihrer Reisen oder Wanderungen in den Bergen festzuhalten und diese daheim im dunklen Raum mit ihrer Laterna Magica vorzuführen. Zudem kauften sie sich ganze Serien von handkolorierten Streifendias zu Bildungsthemen wie „Berühmte Persönlichkeiten“ und „Eine Reise um die Welt“, über Naturwissenschaftliches wie vergrösserte Eissterne und exotische Tiere, von Märchen wie „Rotkäppchen“ wie auch unterhaltsame „Witzbilder“, „Diableries“ und vieles weitere mehr.

 


Geplante multimediale Ausstellung
Laterna Magica

4. Oktober 2018 bis 24. Februar 2019
Rätisches Museum Chur


Geplante Ausstellung
Giovanni Segantini (1858–1899) – Szenen seines Lebens

Dokumente des Kultuarchivs Oberengadin und Zeichnungen des Künstlers Martin Ruch

Foyer Hotel Laudienlla und Hotel Victoria in St. Moritz
14. Juni 2018 bis 31. März 2019

Vernissage: 14. Juni 2018, 17.00 Uhr


Seltenes Bild von Tommaso Frizzoni
Celerina und San Gian

Dem Kulturarchiv Oberengadin wurde am 2. Juni 2017 aus dem Nachlass Erika Suter-Bänziger ein repräsentatives, gerahmtes Ölbild des einheimischen Malers Tommaso Frizzoni übergeben: „Celerina und San Gian“. Der taubstumme, in Celerina und Bergamo wohnhaft gewesene Künstler malte mehrere Versionen dieses Themas. Die erste Fassung ist aus dem Jahr 1797 und gilt als erstes Landschaftsgemälde Graubündens. Die dem Kulturarchiv Oberengadin geschenkte Fassung könnte - am Baumwuchs geschätzt - aus der Zeit um 1830 stammen. Im Vordergrund ist ein Holztransport zu erkennen, vom Berninapass herkommend ein Säumerzug mit Veltliner Wein. Im Zentrum sitzt ein Maler mit Blick auf die Szenerie des Dorfes Celerina und Crasta.


 

Beliebtes Buch

"The Magic Carpet. Kunstreise zu den Oberengadiner Hotels, 1850-1914"

Autorin: Dora Lardelli, lic. phil. Kunsthistorikerin

 

Eine Publikation des Instituts für Kulturforschung Graubünden ikg, Chur

Herausgeber: Kulturarchiv Oberengadin, Samedan
Verlag: Skira, Mailand und Genf, 2010
336 Seiten, 290 Abbildungen, 28x24 cm, italienische und deutsche Ausgabe
Verkaufspreis: Fr. 102.00

Das Buch ist das Ergebnis einer Forschungsarbeit der Kunsthistorikerin Dora Lardelli über die künstlerische Ausstattung von Hotels im Engadin beim Institut für Kulturforschung Graubünden.

Der reichhaltig bebilderte Buchband zeigt, wie die faszinierenden Interieurs der Engadiner Hotels in einem Spannungsfeld zwischen einheimischer Tradition und Einflüssen aus ganz Europa - insbesondere aus Italien, Österreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, England, aber auch Marokko und dem Fernen Osten - stehen. Mutige Hotelpioniere beauftragten die besten Architekten und Künstler, Hotels zu errichten und kunstvoll auszustatten um möglichst alle Wünsche der Gäste zu erfüllen. Noch heute bietet sich im Engadin die Gelegenheit, die Hotels mit ihrer ehemaligen Ausstattung zu erleben.

 

 

Der Titel „The Magic Carpet“ spielt auf die reiselustige, vermögende Gesellschaft an, für welche die Hotels ausgestattet wurden. Das auf abenteuerliches Reisen zutreffende Motiv des fliegenden Teppichs kommt auf einem alten Reiseplakat vor, das in einem Engadiner Estrich gefundenen wurde, und mit den Worten
"A COOK'S TICKET - LIKE THE MAGIC CARPET WILL TAKE YOU ANYWHERE YOU WISH" wirbt.

Im Rahmen der langjährigen Forschungsarbeit von Dora Lardelli konnten zahlreiche in Vergessenheit geratene Künstler aus der Vergangenheit zurückgeholt werden, die in diesem Buch erstmals wieder vorgestellt werden. Unter den vielen Dekorationsmalern aus ganz Europa finden sich auch einige Einheimischen wie Kaspar Donatsch und Jachen Alfred Squeder. Ansichten der Innenräume, der Fassadendekorationen, aber auch die farben- und formenreichen Originalentwürfe und Vorlageblätter illustrieren die  Modeströmungen der künstlerischen Ausstattung der Engadiner Belle Epoque.


Carteggio Neera – Giovanni Segantini 1891-1899

 

 

Der Briefwechsel zwischen Giovanni Segantini und der italienischen Schriftstellerin Neera wurde von der Historikerin Susanna Sala Massari, Vorstandsmitglied unseres Kulturarchivs, publiziert. Die Briefe befinden sich im Kulturarchiv Oberengadin und in anderen Archiven. Anfang der 1890er Jahre beginnt sich Neera mit Kunstkritik zu befassen und tritt in Kontakt mit Segantini, dessen Inspirationsreichtum sie begeistert.

 

 


Film zur Vernissage der Jubiläumsausstellung

"Wunderkammer im Engadin" – Alpenmythensehen

Erstellt am 26. Juli 2013 von Gian Nicola Bass/Pizpictures


Kulturgüterschutz-Förderpreis 2013
an das Kulturarchiv Oberengadin

Die Schweizerische Gesellschaft für Kulturgüterschutz gratuliert für die innovative Veranstaltung der Jubiläumsausstellung "25 Jahre Kulturarchiv Oberengadin"


Neueinrichtung des Doppelraums "Giuliano Pedretti"

Zum 25. Jubiläumstag des Kulturarchivs, am 11. August 2013, konnte der neue Doppelraum im Untergeschoss mit der Ansprache von Kreispräsident Gian Duri Ratti feierlich eingeweiht werden. Finanziert wurde der sorgfältig von der Schreinerwerkstatt Ramon Zangger ausgeführte Ausbau durch Dr. Hans Vontobel und seiner Bank. Marie-Anna Pedretti stellte die grossartige Skulptur "Künstler in Ekstase" von Giuliano Pedretti, der das Archiv zusammen mit Dora Lardelli gegründet hat, zur Verfügung.
Der Fotograf und Regisseur Mark Blezinger schenkte dem Archiv das Bild "Giuliano Pedretti in Celerina"
Im Raum sind die umfangreichen Nachlässe des Schmetterlingbeobachters Othmar Lesnik, der in Rom tätig gewesenen Celeriner Familie Singer, sowie historische Dokumente des Sammlers Guido Huder und die wertvollen Unterlagen des Zuckerbäckerforschers Dolf Kaiser eingeordnet.
Im kleineren Teil des Raumes befinden sich das Archiv des Palace Maloja, die Dokumentation Segantini, die grosse Stichsammlung von Andrea Flück, das von der Willy Muntwyler-Stiftung für das Kulturarchiv gekauft wurde, und als Krönung der Schriftennachlass und die filmische Dokumentation über Giuliano Pedretti, von der Cobra Film AG Zürich zur Verfügung gestellt und von Mark Blezinger geordnet und zusammengeschnitten (elf Stunden Filmmaterial).


Fredy Wyssel, Flugpionier

Neues aus dem Kulturarchiv Oberengadin

Dokumentation des Gletscherflugpioniers Fredy Wissel

Fredy Wissel war der erste Schweizer Gletscherpilot. Seine erste Landung war 1952 auf Corviglia. Bis 1964 rettete er über 100 Leute und erhielt dafür etliche Auszeichnungen. Für seine pionierhaften Rettungseinsätze wurde ihm das „Diplome Paul Tissandier“, die höchste Auszeichnung für einen Piloten, verliehen.
Fredy Wissel hat zusammen mit Fritz Bühler die Schweizerische Rettungsflugwacht gegründet. Der bekannte Walliser Flugpionier Herrmann Geiger absolvierte bei Fredy Wissel Flugstunden. Die Ski für die Gletscherlandungen von Wissels Flugzeugen stellte ein Schreiner aus St. Moritz her. Um auf dem Gletscher zu landen brauchte es viel Mut: So musste man im Schnee statt bremsen, wie auf einer aperen Landepiste, Vollgas geben.
Es kam auch zu verschiedenen Bruchlandungen. Die Flugmaschinen konnten meistens nicht repariert werden, weil sie oft ganz zerstört waren. Man warf die Teile in eine Gletscherspalte und kaufte auf Versicherungskosten eine neue Maschine.


Zusammenarbeit mit Institutionen

Wohnmuseum Chesa Planta Samedan

Öffnungszeiten Sommer 2018:

ab 5. Juli Donnerstag Führung durchs Wohnmuseum 16.30 Uhr
oder nach Vereinbarung, Tel. 081 852 12 72
Erwachsene CHF 10.00, Kinder und Studenten CHF 5.00

Biblioteca Rumauntscha Chesa Planta Samedan

Öffnungszeiten Winter 2017/2018 (bis 27. Juni 2018) nach Vereinbarung!

Telefon 081 852 52 68
E-Mail: biblioteca(at)chesaplanta.ch

Atelier Turo Pedretti (1896–1964), Celerina

Via Maistra 36, 7505 Celerina

Öffnungszeiten Sommer 2018:
jeweils Freitag, 15. und 20. Juni, 13. und 27. Juli, 10. und 24. August, 7. und 21. September, 5. Oktober
von 15.00 bis 18.00 Uhr
www.turopedretti.ch

Kunsthistorische Führungen durch die Ateliers Pedretti nach Vereinbarung:
Telefon 081 852 35 31 Kulturarchiv Oberengadin

Atelier Giuliano Pedretti (1924-2012), Celerina
Via Maistra 36, 7505 Celerina

Öffnungszeiten Sommer 2018:
jeweils Freitag, 15. Juni, 24. August und 5. Oktober
von 15.00 bis 18.00 Uhr

Kunsthistorische Führungen durch die Ateliers Pedretti nach Vereinbarung:
Telefon 081 852 35 31 Kulturarchiv Oberengadin

Atelier Segantini, Maloja

Sonderausstellung GOTTARDO SEGANTINI

Öffnungszeiten Sommer 2018:
14. Juli bis 21. Oktober 2018

Mittwoch, Samstag und Sonntag 16.00 bis 18.00 Uhr

Führungen und zusätzliche Öffnung auf Voranmeldung, Telefon 081 824 33 54, 079 442 27 23, www.segantini.org, info@segantini.org