Bekannt sind Staatsarchive, Kirchenarchive, Gemeindearchive, Fotoarchive und Dokumentationsstellen, weniger bekannt hingegen sind Kulturarchive. Das Kulturarchiv Oberengadin ist eines der wenigen. Es dokumentiert auf vielschichtige Art und Weise das Oberengadin und auch die umliegenden Regionen, sowie deren Einwohnerinnen und Einwohner.

 

 

Der Inhalt der Archivbestände beschränkt sich nicht auf das Engadin; wegen der regen Geschäftstätigkeit der Engadiner Familien im Ausland finden sich auch zahlreiche Briefe, Fotos, Zeichnungen usw. aus aller Welt, die das Hochtal zudem als Durchgangsland und Tourismusgebiet charakterisieren.

 

 

Hier finden Sie Informationen über die Bestände des Kulturarchivs, Projekte, Publikationen, Aktivitäten, die Institution selbst und ihre Partner. Sie haben auch die Möglichkeit, Publikationen zu bestellen.

 

Durch eine „Suchmaschine“ können Sie in unserem Archiv Informationen zu verschiedenen Themen finden, wenn nötig können Sie dann mit dem Archiv Kontakt aufnehmen um bestimmte Archivalien einzusehen oder weiterführende Angaben zu erhalten, Tel. 081 852 35 31, Fax 081 852 15 33, info(at)kulturarchiv.ch.

 

Das Kulturarchiv Oberengadin wird von Leuten aus nah und fern rege besucht. Die Bestände dokumentieren Engadiner Persönlichkeiten, Architektur, Kunst, Tourismus, Verkehr, die Heilbäder, die Natur, Sport usw.

 

Das Kulturarchiv Oberengadin ist durch private Initiative entstanden und der 1988 gegründete Verein Kulturarchiv Oberengadin ist für die Institution verantwortlich. Die Oberengadiner Gemeinden, der Kanton, der Bund, Stiftungen und Private unterstützen das Archiv finanziell.

 

 

Öffnungszeiten:

 

Das Kulturarchiv kann während des ganzen Jahres jeden Donnerstag von 14.00 bis 19.00 Uhr besucht werden und während der ganzen Woche auf Anfrage.

 

 

Führungen:

 

Donnerstag 16.00 bis 17.00 Uhr und auf Anfrage.

 

 

Kontaktadresse:

 

Kulturarchiv Oberengadin, Chesa Planta, CH-7503 Samedan

Tel. 081 852 35 31, Fax 081 852 15 33, info(at)kulturarchiv.ch

 

Lic. phil. Dora Lardelli, Präsidentin

Patrick Blarer, Vizepräsident




Maloja Palace, 28. Dezember 2014 bis 29. Januar 2015, verlängert bis 12. April 2015

 

Dekorationsschablonen aus der Sammlung Kaspar Donatsch, Giachem Alfred Squeder usw. mit Geschichten des Engadins, inszeniert von Mark Blezinger mit Dokumenten des Kulturarchivs Oberengadin

 

Ausstellung täglich geöffnet. Lichtspiele in Veranda und Treppenhaus ab Dunkelheit. Eintritt frei.

Multimediales Projektionsspektakel im Ballsaal

Lichtrausch Belle Epoque

 

Eintritt inkl. ein Getränk Fr. 15.–

Telefonische Anmeldung im Maloja Palace, Tel. 081 838 20 30, für optimale Projektionsbedingungen sinnvoll.

 

Für Gruppen sind Sondervorstellungen auf Reservierung möglich: Kulturarchiv Oberengadin, Samedan, info@kulturarchiv.ch, Tel. 081 852 35 31, Fax 081 852 15 33

 

 

Ausstellung

 

Den Ausgangspunkt für die Ausstellung bildet die im Kulturarchiv Oberengadin aufbewahrte, einzigartige Sammlung von Schablonen, Originalmalereien und Vorlagen aus ganz Europa, die sich der Dekorationsmaler Kaspar Donatsch aus Celerina angelegt hatte um die Hotels der Belle Epoque und die herrschaftlichen Privathäuser der Gegend kunstvoll auszuschmücken. Die weltweit als einzigartig eingestufte Sammlung dokumentiert den Form- und Farbreichtum des internationalen Phänomens der Dekorationsmalerei der Zeit von 1880 bis 1914 sowie die kreative Arbeit der Engadiner Dekorationsmaler.

 





Lichtspiel zum 100-Jahr-Jubiläum der Schreinerei Zangger-Rechsteiner

Fassaden Haus Schreinerei Zangger und „La Tuor", Samedan

 

Bis 1. März 2015 täglich 18 bis 20 Uhr

 

Jeden Abend zwischen 18 und 20 Uhr ist an der Fassade des Hauses der Schreinerei Zangger und am alten Turm „La Tuor" zum 100-Jahr-Jubiläum der Schreinerei R. Zangger-Rechsteiner ein Lichtspiel zum Thema „crap e lain", „Fels und Holz" zu sehen.

Das Lichtspiel ist ein kunstvoll zusammengestellter Film von Mark Blezinger, der bereits 2013 zum 25-Jahr-Jubiläum des Kulturarchivs Oberengadin das Herbarienlichtspiel an der Fassade der Chesa Planta in Samedan gezeigt hatte. Die Motive von "crap e lain" stammen aus der Schreinerei Zangger-Rechsteiner, der Sammlung des Kulturarchivs Oberengadin und aus der Engadiner Natur.

 

Donnerstag 5. Februar 2015, wird ab 18 Uhr die Lichtschau zu sehen sein, ab 19 Uhr mit Musik und anschliessend in der Werkstatt das Konzert des berühmten Bündner Musikautors Flurin Caviezel mit „The red show orchestra" aufgeführt.

 

Sonntag, 1. März 2015, zur Chalandamarz-Feier wird das Lichtspektakel mit den Glocken der Chalandamarz-Kinder, die den Winter vertreiben und den Frühling einläuten, ausklingen.

 




Jahresausstellung mit Dokumenten des Kulturarchivs Oberengadin

 

Foyer Hotel Laudinella St. Moritz

 

Vernissage: Montag, 26. Mai 2014, 18.00 Uhr,

 

Täglich vom 26. Mai 2014 bis 7. April 2015

 

Farbige Abbildungen in alten Patisseriebüchern mit dem Stempel „Fratelli Klainguti GENOVA“ zeigen wundervolle Kuchen, ganze „Baupläne“ von Torten, die aussehen wie italienische Renaissancebrunnen oder Palmenpavillons und illustrieren die handwerklichen Herstellung von Sucre filé. Selbst hergestellte Fotografien halten festliche Kuchen in Eiffelturmform fest und in einem Heft berichten handschriftlich eingetragene Rezepte über Geheimnisse der Backkunst.

 

Im Engadin haben die Zuckerbäcker keine Konditoreien hinterlassen sondern palastartige Prunkbauten, die einen beachtlichen Wohlstand, der bei Weitem nicht nur aus dem Erlös von Landwirtschaft, Bergbau, Transportwesen und Passverkehr stammen kann, aufweisen. Die konstante und intensive Geschäftstätigkeit dieser Kaufleute in ausländischen Städten hat zum Reichtum im eigenen Land wesentlich beigetragen.

 

Begonnen hat die Auswanderung in Venedig, wo Bündner Bergbauern ihre Alpenprodukte wie Käse, Wurst und Kräuter als „scaletteri“ bereits im 16. Jahrhundert auf den zahlreichen Brücken verkauften. Bald spezialisierten sie sich auf Zuckerbäckererzeugnisse, Likör- und Branntweinherstellung und richteten 1680 in der Lagunenstadt die ersten Kaffeegeschäfte ein. 1725 gab es ganze 105 Bündner Läden in der Markusstadt, was zu einer derartig bedrohlich wirkenden Vorherrschaft der reformierten Zuckerbäckersleute führte, dass sich die Republik Venedig wehren musste und 1766 den Allianzvertrag mit den Drei Bünden nicht mehr erneuerte. Dies hatte zur Folge, dass die Bündner Venedig verlassen mussten.

 

Den Zuckerbäckern blieb nichts anderes übrig, als sich anderswo anzusiedeln worauf sie ihr Netz über ganz Europa, teilweise bis nach Übersee, ausdehnten: Insgesamt entstanden rund 10'000 Zuckerbäckereien in rund 1000 Städten. Die Bündner Zuckerbäcker eroberten den Markt mit ihrem exquisiten Sortiment von Marzipan, Kuchen, Schokolade, Konfekt, Limonaden, Eisspezialitäten und Kaffee in ganz Europa bis weit im Russischen Reich, ja sogar in Übersee.




Foyer Hotel Laudinella St. Moritz

 

Vernissage: Montag, 20. April 2015

 

Täglich vom 20. April 2015 bis 31. März 2016

 

Dokumente und Präsentation: Kulturarchiv Oberengadin

 

Das Kulturarchiv Oberengadin hatte die Möglichkeit, den einzigartigen Künstlernachass von Ernst Rinderspacher (1879-1949), ein für das Engadin wichtiger Maler, durch die grosszügige Zuwendung der Willi Muntwyler-Stiftung St. Moritz käuflich zu erwerben. Der Nachlass besteht aus 70 Zeichnungen, vier Skizzenbüchern, drei gerahmten Bildern und einem Glasbild. Rinderspachers Motive sind verklärte Engadiner Landschaften, oft mit Personen, manchmal mit träumerisch-jugendstilhaften Komponenten bereichert. Ernst Rinderspacher hat auch einige Glasfenster für Engadiner Kirchen geschaffen: in Fex-Crasta, Sils Baselgia, Silvaplana, Champfèr und St. Moritz/Suvretta.

Als Sohn einer Basler Gärtnerfamilie lernte er - gegen den Willen seines Vaters - Malerei und Glasmalerei in Freiburg im Breisgau, Zürich, Wien, Budapest, München und Florenz, wo er dank einem einjährigen Schweizer Kunststipendium ein Jahr verbrachte. Stets verdiente er nebenher seinen Lebensunterhalt selbst indem er Skizzen für Glasfenster und Plakatentwürfe herstellte. 1917 zog der Künstler - beeindruckt von den verzauberten Landschaften seines Künstlerkollegen Hans Beat Wieland - ins Fextal, das zu seiner Wahlheimat wurde. Immer wieder – insbesondere in der Zwischensaison – zog es ihn in die Schweizer Städte um im vertrauten Gesellschaftskreis zu verkehren. 1936 gründete er zusammen mit Turo Pedretti, Leonhard Meisser, Etienne Tach, Edgar Vital und Giacomo Zanolari die Bündner Sektion der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten (GSMBA). Zu Rinderspachers Bekanntschaftskreis gehörten Pfarrer Schulthess aus Silvaplana und zahlreiche Persönlichkeiten der Kultur, die in dieser Zeit im Fextal wohnten oder zu Besuch weilten wie der „Paradiesmaler“ Samuele Giovanoli, die Berliner Malerin Clara Porges, der Mailänder Maler Giuseppe Mascarini (verheiratet mit Elvezia Michel), der Kunsthistoriker Hans Mühlestein - und auch Rainer Maria Rilke begegnete er 1920!

Der im Kulturarchiv Oberengadin aufbewahrte Nachlass Rinderspachers umfasst zahlreiche Akademiestudien, die der Künstler während seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule und der Kunstakademie in München ausgeführt hat. Er hielt seine Eindrücke der Landschaften, Personen, seiner geliebten Lärchen und Seen feinstens beobachtet meisterhaft fest. Einige Landschaften erscheinen ähnlich japanischen Zeichnungen feinteilig und dekorativ. Die Kirchenfenster sind von intensiver Farbigkeit, insbesondere einem leuchtenden Königsblau, und durch verklärte Ausdrucksweise charakterisiert.

 




Gustav Sommer übernahm 1912 in Samedan ein Fotofachgeschäft. Die Aufnahmen des aus Siebenbürgen stammenden Fotografen zeigen den Ferien- und Sportbetrieb der Gäste, die Arbeit und das Leben der Einheimischen, Berge, Täler und Dörfer. Es gelingen ihm stimmungsvolle Bilder mit Wetterlärchen oder bei den abendlichen Seen. Die Landschaftsaufnahmen und die Dorfansichten besitzen grossen kulturgeschichtlichen Wert weil sie die Besiedlung von damals dokumentieren, so auch die Fotos des örtlichen Brauchtums wie Schlitteda, Charreda und Chalandamarz. Rund 40'000 Negativplatten sind seit 1994 im Kulturarchiv Oberengadin säuberlich archiviert. Zweck der Ausstellung ist es, die spannendsten Aufnahmen erstmals dem Publikum vorzustellen und den Fotografen innerhalb der anderen Bündner Fotografen zu situieren. Zu sehen sind eine Auswahl von Originalfotografien, einige Briefe, Fotoapparate und andere zum Fotografenberuf gehörende Gegenstände. In einer inszenierten Projektion und einer Dunkelkammer kann sich der Ausstellungsbesucher in die damalige Welt der Fotografie hineinversetzen.

 

Montabella-Verlag, Herausgeber: Kulturarchiv Oberengadin

 

Eine Zusammenarbeit des Kulturarchivs Oberengadin und Gustav Sommers Nachkommen.

 





erstellt am 26. Juli 2013 von Gian Nicola Bass/Pizpictures

 




 

Die Schweizerische Gesellschaft für Kulturgüterschutz

gratuliert für die innovative Veranstaltung der Jubiläumsausstellung

"25 Jahre Kulturarchiv Oberengadin"




Zum 25. Jubiläumstag des Kulturarchivs, am 11. August 2013, konnte der neue Doppelraum im Untergeschoss mit der Ansprache von Kreispräsident Gian Duri Ratti feierlich eingeweiht werden. Marie-Anna Pedretti stellte die grossartige Skulptur "Künstler in Ekstase" von Giuliano Pedretti zur Verfügung.

Der Fotograf und Regisseur Mark Blezinger schenkte dem Archiv das Bild "Giuliano Pedretti in Celerina"

Im Raum sind die umfangreichen Nachlässe des Schmetterlingbeobachters Othmar Lesnik, der in Rom tätig gewesenen Celeriner Familie Singer, des Bierbrauingenieurs Gino Späth, sowie historische Dokumente des Sammlers Guido Huder und die wertvollen Unterlagen des Zuckerbäckerforschers Dolf Kaiser eingeordnet.

Im kleineren Teil des Raumes befinden sich das Archiv des Palace Maloja, die Dokumentation Segantini, die grosse Stichsammlung von Andrea Flück, das von der Willy Muntwyler-Stiftung für das Kulturarchiv gekauft wurde, und als Krönung der Schriftennachlass und die filmische Dokumentation über Giuliano Pedretti, von der Cobra Film AG Zürich zur Verfügung gestellt und von Mark Blezinger geordnet und zusammengeschnitten (elf Stunden Filmmaterial).




Dokumentation des Gletscherflugpioniers Fredy Wissel

 

Fredy Wissel war der erste Schweizer Gletscherpilot. Seine erste Landung war 1952 auf Corviglia. Bis 1964 rettete er über 100 Leute und erhielt dafür etliche Auszeichnungen. Für seine pionierhaften Rettungseinsätze wurde ihm das „Diplome Paul Tissandier“, die höchste Auszeichnung für einen Piloten, verliehen.

Fredy Wissel hat zusammen mit Fritz Bühler die Schweizerische Rettungsflugwacht gegründet. Der bekannte Walliser Flugpionier Herrmann Geiger absolvierte bei Fredy Wissel Flugstunden.

Die Ski für die Gletscherlandungen von Wissels Flugzeugen stellte ein Schreiner aus St. Moritz her. Um auf dem Gletscher zu landen brauchte es viel Mut: So musste man im Schnee statt bremsen, wie auf einer aperen Landepiste, Vollgas geben.

Es kam auch zu verschiedenen Bruchlandungen. Die Flugmaschinen konnten meistens nicht repariert werden, weil sie oft ganz zerstört waren. Man warf die Teile in eine Gletscherspalte und kaufte auf Versicherungskosten eine neue Maschine.




Autorin: Dora Lardelli, lic. phil. Kunsthistorikerin

 

Eine Publikation des Instituts für Kulturforschung Graubünden ikg, Chur

Herausgeber: Kulturarchiv Oberengadin, Samedan

Verlag: Skira, Mailand und Genf, 2010

336 Seiten, 290 Abbildungen, 28x24 cm, italienische und deutsche Ausgabe

Verkaufspreis: Fr. 102.00




Stehen für interessierte Institutionen zur Verfügung:

 

1. Elvezia Michel, Bilder und Zeichnungen

2. Elizabeth Main, Fotografien

3. Alte Reiseplakate

4. Ausstellung "Künstlerische Ausstattung für Hotels im Engadin"

 




Winter 2014/2015

 

Führungen durchs Wohnmuseum

18. Dezember bis 9. April 2015, Donnerstag, 16.30 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene CHF 10.-, Studenten CHF 5.-

 

Museumsladen

ab 5. Februar 2015, jeweils am Donnerstag, 15.00 bis 18.00 Uhr, oder gerne auf Anfrage (Tel. 081 852 12 72) geöffnet

 

Biblioteca rumantscha

Donnerstag, 14.00 bis 18.00 Uhr, Tel. 081 852 52 68

 



Via Maistra 36, 7505 Celerina

 

Öffnungszeiten Wintersaison 2014/2015

jeweils Freitag, 26. Dezember 2014, 2. Januar, 16. Januar, 6. Februar, 20. Februar, 27. Februar, 6. März, 20. März, 3. April 2015 von 15.00 bis 18.00 Uhr

Ausserhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung

 

Ausserhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung

Telefon +41 81 832 15 83, Telefon mobil +41 79 635 28 48

 

Führungen, Auskünfte:

Telefon +41 81 852 35 31 Kulturarchiv Oberengadin

 

Kunsthistorische Führungen der Ateliers Pedrettis auf Anmeldung:

Telefon +41 81 852 35 31 Kulturarchiv Oberengadin

Telefon +41 81 826 52 24 Kulturbüro Sils

 



Via Maistra 36, 7505 Celerina

 

Besichtigung auf Voranmeldung

Tel. +41 81 833 46 25, Fax +41 81 833 46 25

 

Kunsthistorische Führungen der Ateliers Pedrettis auf Anmeldung:

Telefon +41 81 852 35 31 Kulturarchiv Oberengadin

Telefon +41 81 826 52 24 Kulturbüro Sils